Suse und der Pannemann
Seit die Junge Union auf ihrem Neujahrsempfang der Hamelner Oberbürgermeisterin symbolisch den "goldenen Pannemann" verlieh, wird über Sicherheit und Ordnung in unserer Stadt diskutiert.
Dabei hat weder die JU noch die CDU Hameln als "Hort des Verbrechens" ausgerufen. Wir freuen uns über die gute Arbeit des Präventionsrates und der Polizei, die Hameln u.a. mit einer hohen Aufklärungsquote zu einer statistisch sehr sicheren Stadt machen.
Lassen wir dabei aber nicht außer acht, dass zu jeder aufgeklärten Straftat erstmal eine solche geschehen muß. Und dass es dem Opfer im Schock der Tat erstmal völlig egal ist, ob der Täter später gefasst und bestraft wird. Belästigungen und Anpöbeleien tragen ebenso wenig zum allgemeinen Sicherheitsgefühl bei, wie die von der JU in den letzten Jahren mehrmals aufgezeigte Gewalt und "Abzieherei" an den Schulen.
All das macht Hameln nicht zu "Klein-Chicago". Grundsätzlich hält es sich im Rahmen. Aber soll uns das zufriedenstellen? Sollen wir deshalb die Augen vor den Sorgen unserer Bürger verschließen? Sollen wir nicht trotzdem gemeinsam mit allen Akteuren inklusive Polizei und Präventionsrat überlegen, wie wir noch wirksamer vorgehen können? Debatten sind notwendig. Gerade strittige Debatten.
Was gar nicht geht: die Sorgen und Ängste der Hamelner einfach so vom Tisch zu wischen, wie es OB Lippmann in ihrem Dewezet-Interview im November 2009 getan hat. Auch wenn sie sich ohne Einschränkungen sicher fühlt, sollte sie trotzdem zur Kenntnis nehmen, dass es vielen ihrer Bürgern in ihrem jeweiligen Lebensumfeld nicht so geht. Das Konzept "Ich habe das Problem nicht, also habt ihr es gefälligst auch nicht," ist im realen Leben selten tragfähig. Bei einem Stadtoberhaupt ist dies Arroganz gepaart mit Ignoranz..
Die reaktionen aus dem Rathaus passen zu dieser Einstellung. Anstatt ihren Fehler einzuräumen, lässt sie ihren Kettenhund von der Leine. "Wer aufschreit, fühlt sich getroffen," sagt schon der Volksmund.