In der Holzmindener Werneckestraße ist es ruhig. Eine idyllische Wohngegend, geprägt von gepflegten Ein- und Zweifamilienhäusern. Hier wohnt Niedersachsens ehemaliger Innenminister Uwe Schünemann mit seiner Frau Ines und den Kindern Milena (18) und Timo (14) auf gut 200 Quadratmetern Wohnfläche. „Es ist ein Mehrgenerationenhaus, denn oben leben meine Eltern“, sagt der CDU-Landratskandidat, der sich erst wieder an den häuslichen Alltag gewöhnen muss. „Wenn ich früher um 21 Uhr zu Hause war, war das extrem früh“, begründet er.

Schon der Vorgarten des Schünemannschen Domizils mutet futuristisch an. Auf dem Einstellplatz ein Audi Q3 mit den Initialen des Hausherrn. Als Zaun dienen Betonröhren, die mit Buchsbäumen bepflanzt sind. Auch im Inneren ist alles klar strukturiert. Schwarze Ledersitzmöbel im hell und luftig gestalteten Wohnbereich. Da legt Schünemann oft selbst die Hand an, beginnt mit dem Möbelrücken, wie seine Ehefrau erzählt. „Mein Mann legt Wert darauf, dass hier immer ein eleganter Charakter herrscht. Da ist er ganz geradlinig, lieber spartanisch als zu viel.“
In der Politik, insbesondere in seiner Zeit als Innenminister, hat sich der gelernte Industriekaufmann den Ruf eines „Hardliners“ erworben. Ist er das in den eigenen vier Wänden auch? „Er ist sehr durchsetzungsstark, auch zu Hause, aber dabei stets umgänglich“, plaudert Ehefrau Ines, die auch für den riesigen gepflegten Garten hinter dem Haus verantwortlich zeichnet. Sitzt die Familie auf dem Terrassenbalkon, kann sie einen unverbaubaren Blick auf den Köterberg genießen.
Wenn der CDU-Kandidat von Terminen nach Hause kommt, führt ihn der erste Weg an den Kühlschrank seiner Küche, die modern, frei und offen und im Wohnbereich integriert ist. Dort schwingt der Hausherr gerne mal den Kochlöffel. „Oft an Wochenenden, und zu Feiertagen bereite ich stets das Festmenü – bevorzugt Wild, mein Lieblingsgericht“, bekennt der Politiker, der beim Kochen ungern gestört werden möchte. „Ich genieße dann die Ruhe.“ Schon als Kind habe er gern in der Küche gestanden, sich die Grundzüge des Kochens von seiner Mutter zeigen lassen. Mit dem Aufräumen „habe ich es aber nicht so“, gesteht Schünemann: „Dafür greife ich lieber zum Staubsauger. Und morgens mache ich die Betten.“
Seit der Ex-Landespolitiker nicht mehr jeden Tag nach Hannover muss, geht er regelmäßig mit seiner Ehefrau joggen. „Ich habe zehn Jahre keinen Sport gemacht, aber ich brauche das, um fit zu bleiben“, sagt er. Inzwischen bewältigt das Paar fast täglich eine Distanz von fünf bis sechs Kilometern. Und auch mit dem Basketballspiel liebäugelt Schünemann, der früher für den MTV Altendorf aktiv war. „Mein Sohn Timo zeigt Interesse, will in der B-Jugend spielen, und ich habe mich in Hameln schon bei einem Verein erkundigt“, erzählt der Holzmindener von seinen sportlichen Plänen.
Entspannung findet er auch beim Fernsehen. Dafür haben die Schünemanns eigens ein gemütliches Zimmer geschaffen, das die Linie des Wohnbereiches fortsetzt. Neben einem überdimensionalen Flachbildschirm wird der Raum ebenfalls von einer schwarzen Sitzlandschaft beherrscht – mit einem Fußhocker, „damit ich wie im Wohnzimmer die Beine hochlegen kann“, wie der Familienvater schmunzelnd erzählt. Bevorzugt wird sonntags der „Tatort“ angesehen. „Aber auch viel politische Nachrichtensendungen auf Phoenix oder n-tv.“ Den TV-Raum nutzt der Politiker auch, um auf seinem Laptop die Post zu erledigen, im Internet zu surfen oder online Zeitung zu lesen. „Morgens als erstes die Dewezet. Ich bin Frühaufsteher, schlafe selten länger als bis 6 Uhr“, erzählt er.
Hin und wieder setzt sich die Familie Schünemann an den Esstisch im Küchenbereich, um gemeinsam zu spielen: Kniffel, Skibo oder andere Kartenspiele. „Ganz selten mal Monopoly“, ergänzt Ehefrau Ines. Ansonsten wird der Esstisch genutzt, um bei Mahlzeiten den Alltag zu besprechen. „Wir versuchen, gemeinsam zu frühstücken“, betont der CDU-Politiker und berichtet: „An Wochenenden kocht oft meine Mutter für die ganze Familie. Dann kommt selbst mein Bruder vorbei.“
Langeweile kennt Uwe Schünemann eigenem Bekunden nach nicht: „Ich bin immer aktiv. Und selbst, wenn ich mich in meinen Sessel setze, entwickel ich Konzepte. Mich einfach hinsetzen – das kann ich nicht.“ Sein Leitsatz ist ein Zitat Hermann Hesses: „Folge niemandem, sei Du selbst.“ Wenngleich sich die Familie in ihren eigenen vier Wänden und im Weserbergland ausgesprochen wohlfühlt, ist im Falle einer Wahl zum Landrat Hameln-Pyrmonts ein Umzug in die Rattenfängerstadt nicht ausgeschlossen. Schünemann: „Ich werde mir ganz sicher keine Alibiwohnung nehmen. Wenn, dann mit der ganzen Familie. Deshalb habe ich mich ja in Hameln auch schon nach einem Basketball-Verein erkundigt.“ Das Haus in Holzminden soll dann als Wochenenddomizil dienen.
Steckbrief
Voller Name:
Uwe Schünemann
Wann wo geboren?
08.08.1964 in Stadtoldendorf
Familienstand?
Verheiratet
Konfession?
Evangelisch
Erlernter Beruf?
Industriekaufmann
Ich engagiere mich politisch, weil …
… ich die Zukunft der Region mitgestalten möchte
Wenn ich nichts zu tun habe und ausspannen möchte …
… unternehme ich etwas mit der Familie
Lieblingssport?
… Basketball
Mein größter Fehler ist …
… ungeduldig zu sein
Mein größter Vorzug ist …
… kreativ und durchsetzungsstark zu sein
Lieblingsbuch?
… Zurzeit: Weserbergland wachgeküsst von Knut Diers
Urlaub verbringe ich am liebsten …
… am Meer
Nicht ausstehen kann ich …
… Langeweile
In der Fußball-Bundesliga schlägt mein Herz für …
… Hannover 96
Ich bevorzuge die Automarke …
… VW oder Audi
Meine Freunde mögen an mir …
… meine Gradlinigkeit
Der schönste Tag in meinem Leben …
… Den habe ich gleich zwei mal erlebt, die Geburt meiner Kinder Milena und Timo
Einen Tag tauschen möchte ich gerne mal mit …
… einem Arzt, weil der Beruf ein Kindheitstraum war. Menschen zu helfen, hat mich immer fasziniert
Mein schönster Ort im Landkreis Hameln-Pyrmont ist …
… der Klütturm, weil man von dort die Schönheit des Weserberglandes am besten überblicken kann. Für mich die beste Motivation, sich für diese Region zu engagieren
Ich möchte Landrat werden, weil …
… ich Hameln-Pyrmont als Wachstumsmotor für die Region weiterentwickeln möchte